Ausgabe vom 7. Oktober 2017 (Bryce Dessner, The Rocket Men, Greatest Hits Festival)

Oct 07, 2017, 10:00 AM

Im Oktober geben die Programmverantwortlichen der Elbphilharmonie das Zepter aus der Hand und bieten mit der Reihe „Reflektor“ erstmals einem Künstler die Gelegenheit, sich ein Wochenende lang musikalisch im Kleinen und Großen Saal auszutoben. Als Erster darf dies Bryce Dessner, der zum einen als Gitarrist der US-amerikanischen Indie-Rock-Band The National bekannt ist, sich in den vergangenen Jahren aber auch im Bereich der Filmmusik und Klassik einen Namen gemacht hat. Den Auftakt des von ihm kuratierten Programms bildet am 20. Oktober die „Dessner Symphony“, bei der Bryce Dessner mit Unterstützung der Hamburger Symphoniker, seinem Zwillingsbruder Aaron Dessner sowie den Schwestern Katia und Marielle Labèque Kompositionen von Philip Glass interpretieren wird. Wie groß die Dessner’sche musikalische Bandbreite ist, zeigt sich auch beim Blick auf die anderen Gäste und Freunde, mit denen der Komponist sein Programm bestreitet: Zu ihnen gehören die irische Singer-Songwriterin Lisa Hannigan, das Ensemble Resonanz und seine Band The National, die das Dessner-Wochenende beschließen wird. Was ihm bei der Zusammenstellung wichtig war, hat er unserer Moderatorin Jil Hesse im Vorfeld im Interview erzählt.

Ebenfalls Thema dieses Elbphilharmonie Mixtapes sind The Rocket Men – ein Sextett aus Hamburg, das zusammen mit dem Visual Artist Lamaboy Jazz mit Samples, Zitaten, Projektionen und persönlichen Geschichten vermengt und so die Unendlichkeit des Universums auf die Bühne des Großen Saals bringt. Zu ihrer „Musical Journey Through Space“ brechen The Rocket Men am 16. Oktober auf.

Außerdem gibt Jil Hesse einen Ausblick auf das Greatest Hits Festival, das im November zeitgenössische Musik in den Fokus rückt und in diesem Jahr gleich drei Schwerpunkte hat. Dazu gehört das Werk des ungarischen Komponisten Peter Eötvös, dessen Opern zu den meistgespielten der Moderne zählen: weniger sinnlich als Eötvös ging der Franzose Gérard Grisey in den 1970ern zu Werke, der Töne im Labor zerlegte und aus ihren Bestandteilen die kristalline „Spektralmusik“ fügte. Einen noch radikaleren Weg wählte einige Jahre zuvor Harry Partch, der gleich eigene Instrumente baute, um den beschränkten Tonvorrat der westlichen Musik zu sprengen. Das Programm des Greatest Hits Festivals wird sowohl in der Elbphilharmonie als auch auf Kampnagel zu sehen sein.